Palamidi ist die weitläufige, hervorragend erhaltene venezianische Festung, die einen felsigen Hügel etwa 216 Meter über der Küstenstadt Nafplio in der Region Argolis auf der Peloponnes krönt. Sie wurde von den Venezianern zwischen 1711 und 1714, am Ende ihrer kurzen zweiten Herrschaft über die Peloponnes, mit bemerkenswerter Geschwindigkeit erbaut und gilt als Meisterwerk der Militärtechnik des frühen 18. Jahrhunderts. Palamidi ist jedoch keine einzelne Burg, sondern eine Kette aus acht eigenständigen, sich gegenseitig verteidigenden Bastionen, von denen jede auch dann standhalten konnte, wenn ihre Nachbarn fielen – verbunden durch Mauern, Treppen und Tore entlang des Hügelkamms.
Die Festung hat eine dramatische Geschichte. Kaum ein Jahr nach ihrer Fertigstellung fiel sie 1715 an ein osmanisches Heer und blieb den Großteil des folgenden Jahrhunderts in osmanischer Hand. Während des Griechischen Unabhängigkeitskrieges wurde sie von griechischen Truppen eingenommen, und Nafplio wurde zur ersten Hauptstadt des neu gegründeten griechischen Staates. In den Folgejahren dienten die Bastionen von Palamidi als Gefängnis – und hier wurde Theodoros Kolokotronis, der gefeierte Held der Revolution, berühmt inhaftiert. Die schönste Bastion, Agios Andreas – der heilige Andreas –, liegt im Herzen der Festung und beherbergt eine kleine Kapelle; von ihren Wällen aus sind die Blicke über die Altstadt, das Bourtzi-Inselchen im Hafen und den weiten Argolischen Golf unvergesslich.
Palamidi erhebt sich direkt über Nafplio, einer der schönsten Städte Griechenlands, mit ihrem venezianischen und neoklassizistischen Altstadtviertel, ihrer Uferpromenade und ihren beiden weiteren Festungen: der Bourtzi auf ihrer Insel und der Akronauplia auf dem niedrigeren Hügel. Sie erreichen die Festung entweder über die Straße, die sich zu einem Parkplatz nahe dem oberen Tor hinaufschlängelt, oder über den monumentalen Treppenaufstieg vom Rand der Altstadt – der Volksmund spricht von 999 Stufen, die tatsächliche Zahl liegt jedoch näher bei 850 bis 900. Der Fels ist ungeschützt und der Aufstieg anstrengend, daher sind die Zeitfenster am frühen Morgen oder späten Nachmittag weitaus angenehmer als die Mittagszeit. Da der Eintritt stundenweise terminiert ist, übernehmen wir die Ticketbuchung in Ihrer Sprache und reservieren das gewünschte Zeitfenster für Sie – so können Sie Ihre Energie auf die Wälle und die Aussicht verwenden, statt in der Schlange zu stehen.